Vom 30.9.06 bis zum 7.10.06 fand zum 3. Mal die Offene Universität im Arbeiterbildungszentrum in Gelsenkirchen statt. Etwa 950 – 1000 Teilnehmer erlebten ein begeisterndes überparteiliches und offenes Forum kritischer und fortschrittlicher Wissenschaft und Kultur. Wissenschaftler und Kulturschaffende trafen auf ein interessiertes Publikum aus verschiedensten Schichten der Bevölkerung.

Beschäftigte aus Industriebetrieben, dem Gesundheitswesen, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen, Auszubildende und Schüler diskutierten mit 40 kompetenten und engagierten Referenten aus verschiedenen Wissenschafts- und Kulturbereichen. Sie erörterten Probleme und Lösungswege zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit, der drohenden Klimakatastrophe, der Gefährdung des Weltfriedens sowie der Förderung der Gesundheit und menschenwürdiger Lebens- und Arbeitsbedingungen, Fragen der Bildung, der Philosophie und Musik. Der Missbrauch und die Zensur von Wissenschaften und Wissenschaftlern wurden aufgedeckt, und an zahlreichen Beispielen wurde verdeutlicht, wie mit Rückgrat und Zivilcourage zukunftsweisende wissenschaftliche Erkenntnisse zur Geltung gebracht werden können.

Referenten und Besucher diskutierten auf gleicher Augenhöhe und mit der Bereitschaft, von einander zu lernen. Fundiertes Wissen der Referenten und praktische Lebens- und Berufserfahrungen der Teilnehmer ergänzten sich zu einer für Referenten und Teilnehmer gleichermaßen fruchtbaren Diskussion. Konträre Standpunkte wurden sachlich, in aller Ruhe, mit einer positiven Streitkultur und gegenseitiger Toleranz diskutiert.

Eine große kulturelle Bereicherung waren die künstlerischen Darbietungen der Abendveranstaltungen. Sie förderten auch das gegenseitige Kennen lernen und den freundschaftlichen Zusammenhalt.

Die 3. Offene Universität setzte den eingeschlagenen Weg fort, die Zersplitterung der Wissenschaftsbereiche zu überwinden. Durch die interdisziplinäre, die Zusammenhänge beachtende Betrachtungsweise von Natur und Gesellschaft war es möglich, die Hauptursachen der sozialen, ökonomischen und ökologischen Probleme in der rücksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Natur zu erfassen und Impulse zu deren Lösung zu entwickeln. Daraus schöpft die Offene Universität ihren Optimismus und ihre wachsende Anziehungskraft. Es wurde während der gesamten Woche deutlich: In dem Maße, wie fortschrittliche wissenschaftliche Erkenntnisse von vielen Menschen aufgegriffen werden, entsteht eine Energie, die etwas bewegen kann.

Die 3. Offene Universität entwickelte auch neue Wege, um die Ideen und Initiativen der Teilnehmer schon in der Vorbereitung der nächsten Offenen Universität zur Geltung zu bringen: Zu verschiedenen Projekten, Themen und Vorlesungen werden vorab Arbeitskreise und Workshops gebildet, an denen sich Interessierte beteiligen können.

Die Offene Universität ist bemüht, zahlreiche neue Referentinnen und Referenten, Sponsoren und Förderer zu gewinnen, den Teilnehmerkreis aus dem In- und Ausland zu erweitern und vor allem auch unter der Jugend zu werben. Bei der 4. Offenen Universität sollen die Kultur und der internationale Austausch einen größeren Raum einnehmen. Die Offene Universität hat Zukunft!

Beschlossen am 7.10.2006


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