Große Mengen radioaktiv belasteten Mülls sind im Norden Japans angefallen: Trümmer, kontaminierte Erde. Etwa 10 Millionen Tonnen verstrahlten Mülls, nach Aussage des zurückgetretenen Premiers Naoto Kan. Dazu kommen Holz und verstrahltes Reisstroh, das im Freien gelagert wurde.

Was tun? In den Bergen der Provinz Fukushima wurde eine Grube ausgehoben, LKWs laden große Leinensäcke mit verstrahltem Müll ab. Die Anwohner der Umgebung wurden nicht informiert. Wie es in der Desinformationspolitik der japanischen Regierung üblich ist.
Es ist eine verständliche Notlösung, kontaminiertes Stroh usw. zu vergraben, denn ansonsten wird radioaktiver Fallout als Staub durch den Wind noch weiter verbreitert. Zumindest sollte aber auch bei solchen Notdeponien eine Abdichtung gegen das Grundwasser erfolgen. Der eigentliche Skandal ist jedoch der Umgang mit verstrahltem Klärschlamm.
In vielen Präfekturen, auch in Tokio, sind in Summe 50 000 Tonnen radioaktiv verseuchter Klärschlamm angefallen, darunter sind 1500 Tonnen hochradioaktiv belastet. Die Bestimmungen des japanischen Umweltministeriums verbieten es, Klärschlamm mit mehr als 8000 Becquerel pro kg zu verbrennen. Allerdings lässt die Bestimmung zu, anderen Müll so lange darunter zu mischen, bis die 8000 Becquerel unterschritten werden! Damit wird über Rauch und Abgase der radioaktive Fallout weiter verbreitet und weitere Gebiete werden kontaminiert. Wie es aussieht, wird bereits so verfahren. Einige Isotope des radioaktiven Fallouts reichern sich über die Nahrungsketten an. Die scheinbare „Verdünnung“ ist geeignet, das Problem zu verschärfen, wie im Artikel von Moldzio und Anderen auf unserer Webpage gezeigt.
Quelle: Süddeutsche Zeitung 28.8.2011


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