Liebe Leser, Besucher und Interessierte,

endlich ist es soweit: die Untersuchung der Offenen Universität über Schicht- und Nachtarbeit wurde gestartet. Auf der 3. Offenen Universität 2006 hatten wir einen Beitrag zur Nachtschicht vorgetragen.

Schema

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Schicht- und Wechseldienste sind der Gesundheit abträglich. Wie man mit 60 Jahren lebt, darüber wird in den 30 Jahren davor entschieden. Darauf weist der „Arbeitszeit TÜV“ der IG Metall (Projekt Gute Arbeit) aus dem Jahr 2006 hin. Gestützt auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse werden wir untersuchen, wie Schicht- und Nachtarbeit auf fünf verschiedene Organsysteme zusammenhängend wirken.

Neu an dieser Erhebung ist auch, dass wir nicht nur Betroffene, sondern auch die Partner von Nacht- und Schichtarbeitern in die Befragung einbeziehen. Diese können wichtige Details und Erfahrungen beitragen.

Wir gehen davon aus, dass diese Untersuchung neue Erkenntnisse und neue fundierte Argumente bringen wird, die zur dringend notwendigen Entlastung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen genutzt werden können. Wir halten dies für bedeutend, weil die Schicht-, Nacht- und flexible Arbeitszeit in den vergangenen 10 Jahren erheblich zugenommen hat.

Eine gute Nachricht ist, dass die Hans-Böckler-Stiftung diese Erhebung fördert. Für die ersten wichtigen Schritte wird das Budget reichen.

Über die Reaktionen auf unseren Beitrag während der Offenen Universität 2006 waren wir überrascht. Wir waren beeindruckt von den vielfältigen Erfahrungen der Anwesenden – von den Schichtarbeitern aus Stahl- und Automobilbetrieben, von den Bergleuten, von Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen, der Bahn usw. Sie hatten sich zu Wort gemeldet und der Offenen Universität vorgeschlagen, eine Studie zur Schicht- und Nachtarbeit durchzuführen (s. Dokumentation 3. Offene Universität 2006). Das war ein guter Auftrag.

Seine Umsetzung hat etwas länger gedauert, aber heute, nach einem Jahr, sind wir mit unseren Vorbereitungen soweit und können damit beginnen. Wir wollen insgesamt über 6000 Kolleginnen und Kollegen bundesweit befragen. Mit Dr. Uwe Helmert von der Universität Bremen und Dr. Andreas Timm haben sich uns zwei Wissenschaftler aus der Sozialforschung angeschlossen, welche über die notwendige Kompetenz für die Erstellung und statistische Auswertung der Fragebögen verfügen.

Fragebogen

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Die Fragebögen sind jetzt fertiggestellt. Wir haben uns für vier verschiedene entschieden – je einen für KollegInnen, die momentan Schichtarbeit leisten, einen für KollegInnen, die in der Vergangenheit Schichtarbeit geleistet haben, einen für die PartnerInnen von SchichtarbeiterInnen und einen für jene, die nie in Schichtarbeit gearbeitet haben. Um Missbrauch zu verhindern, können Sie sich den Fragebogen nicht von dieser Homepage herunterladen.

Bei unserer Befragung konzentrieren wir uns auf Verkehrsbetriebe (Bahn, Bus), Chemie, Bergbau, Stahl u. Metall sowie Gesundheitswesen und Druckereien. Wir haben hierzu einen Brief an die betreffenden Gewerkschaften geschrieben, den Sie verwenden können (siehe Anlage). Auf unserer Veranstaltung am 3. Oktober werden wir mit der Ausgabe der Fragebögen beginnen. Nach dem Ausfüllen müssen diese bis zum 30. November 2007 an uns zurück geschickt werden. Wir werden die Ergebnisse der Erhebung in einem ersten Bericht im April 2008 verarbeiten.

Natürlich sind wir auf Ihre Mitarbeit und Hilfe angewiesen. Wir brauchen „Multiplikatoren“, das sind Betriebsräte, Vertrauensleute, Gewerkschaftler und sonstige Aktivisten, die in ihrem Betrieb und Wirkungsbereich die Fragebögen ausfüllen lassen und an uns zurückschicken. Wenn Sie daran interessiert sind, melden Sie sich bitte über diese Homepage als „Multiplikator“ unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Adresse, Telefon/E-mail, Branche, Gewerkschaft und Funktion bei uns an.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl. Psychologe Christoph Klug
Prof. Dr. Rainer Frentzel-Beyme


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