Vortrag von Peter Schmöle, Köln

Heinrich Mann (1871 – 1950) war der ältere Bruder des Nobelpreisträgers Thomas Mann. Beide arbeiteten um 1900 für die anti-sozialdemokratische und antisemitische Zeitschrift „Das zwanzigste Jahrhundert“, was sie in ihren Lebensverläufen später schamvoll verschweigen. Mit dem Roman „Die kleine Stadt“ (1909) entwirft Heinrich ein Gegenbild zum kaiserlichen Deutschland. Im ersten Weltkrieg wird er zum Kriegsgegner, worüber sich die beiden Brüder entzweien. In der Weimarer Republik engagiert sich Heinrich gegen Zensurgesetze, protestiert gegen die Ermordung von Rosa Luxemburg und setzt sich für politische Gefangene ein.

1933 rufen Heinrich und Käthe Kollwitz zur Bildung einer Volksfront aus und Heinrich Mann emigriert nach Frankreich, 1940 weiter in die USA. Ein Schlaganfall im März 1950 verhindert seine geplante Rückkehr nach Berlin (Ost).


Peter Schmöle ist Altenpfleger und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an Schriftsteller zu pflegen, deren Werke von den Nazis verbrannt wurden.


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