von Irinell Ruf
Samstag 8.11., 18.30 bis 19.15 Uhr
Die Tätigkeitstheorie verbunden mit der revolutionären Praxis des Theaters der Unterdrückten eröffnet mannigfaltige innere und äußere Räume für Veränderungen, für die Erweiterung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, für die bewusste Persönlichkeitsentwicklung. In der Dialektik zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Bedeutungen des tätigen Subjekt Sein formt sich der Mensch. „Die Persönlichkeit hört somit auf, als Resultat der direkten Überlagerung durch äußere Einflüsse zu gelten. Sie gilt als das, was der Mensch aus sich macht, indem er sein menschliches Leben bewältigt.“ (Leontjew) Gesellschaftliche Bedeutungen, als lokale, nationale, internationale Analysekategorie, werden von den Subjekten emotional erfahren und angeeignet. Sie sind das Scharnier zwischen Innen und Außen, Bewusst und Unbewusst, zwischen mir und den Anderen in konkreten, kulturhistorischen Lebensbedingungen, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die emotionale Erfahrung einer Bedeutung wirkt sich unmittelbar auf die Hierarchisierung der Bedürfnisse aus, die sich im persönlichen Sinn eines Menschen spiegelt. Das Theater der Unterdrückten inszeniert die Widersprüche und wird auf der Bühne zur Generalprobe der Revolution.
Irinell Ruf ist Soziologin und Choreographin und leitet die academie crearTaT in Hamburg. Sie initiiert interkulturelle und interreligiöse Projekte sowie internationalen Jugendaustausch u.a. mit dem Maghreb, auf der Grundlage von Boal und Leontjew. www.academie-creartat.de